Fahrgast-TV im ÖPNV: Wie Werbung in Bus und Bahn Menschen erreicht

Digitale Werbung begegnet uns heute fast überall: auf Websites, in sozialen Netzwerken, in Apps oder auf digitalen Displays im öffentlichen Raum.

Ein Werbeort wird dabei häufig unterschätzt: der Innenraum von Bussen und Bahnen.

Millionen Menschen verbringen dort täglich mehrere Minuten auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule, zum Einkaufen oder in ihrer Freizeit. Auf digitalen Bildschirmen sehen sie Haltestelleninformationen, Verkehrsmeldungen, Nachrichten – und zunehmend auch Werbung.

Genau hier setzt Fahrgast-TV an.

Für Unternehmen entsteht dadurch ein Werbekanal, der digitale Gestaltung mit regionaler Reichweite verbindet. Besonders spannend ist Fahrgast-TV für Unternehmen, die Menschen innerhalb eines klar definierten Einzugsgebiets erreichen möchten.

Doch wie groß ist die tatsächliche Reichweite? Wer nimmt die Werbung wahr? Für welche Unternehmen eignet sie sich – und was muss ein guter Fahrgast-TV-Spot leisten?

Das Wichtigste auf einen Blick

  • 2025 wurden im deutschen ÖPNV rund 11,3 Milliarden Fahrgäste gezählt.
  • Mit rund 5,3 Milliarden Fahrgästen war der Bus das meistgenutzte Verkehrsmittel im Nahverkehr.
  • Fahrgast-TV verbindet digitale Werbung mit Fahrgastinformationen.
  • Werbung im Innenraum von Bussen und Bahnen erreicht laut Untersuchungen eine hohe Aufmerksamkeit.
  • Besonders interessant ist das Medium für regionale Unternehmen, Veranstaltungen und Recruiting.
  • Bewegte Inhalte ermöglichen mehr Gestaltungsmöglichkeiten als klassische statische Innenwerbung.
  • Fahrgast-TV funktioniert in der Regel ohne Ton – die Botschaft muss deshalb visuell schnell verständlich sein.
  • QR-Codes und Landingpages können den Kontakt im Bus direkt mit digitalen Kampagnen verbinden.
  • Fahrgast-TV ist Teil des wachsenden Marktes für Digital Out of Home (DOOH).
Fahrgäste in einem Linienbus mit digitalem Bildschirm für Haltestelleninformationen und Werbung.

Was ist Fahrgast-TV?

Als Fahrgast-TV werden digitale Informations- und Werbesysteme bezeichnet, die sich im Innenraum öffentlicher Verkehrsmittel befinden.

Je nach Verkehrsbetrieb können die Bildschirme beispielsweise anzeigen:

  • nächste Haltestellen,
  • Umsteigemöglichkeiten,
  • Linien- und Verkehrsinformationen,
  • Nachrichten,
  • Wetter,
  • Veranstaltungshinweise,
  • lokale Informationen,
  • Werbung.

Genau diese Mischung macht das Medium interessant.

Ein Fahrgast-TV-Monitor ist kein reiner Werbebildschirm.

Fahrgäste schauen beispielsweise auf das Display, weil sie wissen möchten, welche Haltestelle als Nächstes kommt. Zwischen diesen relevanten Informationen können anschließend Werbebotschaften erscheinen.

Dadurch befindet sich Werbung in einem Umfeld, das ohnehin regelmäßig Aufmerksamkeit erhält.

11,3 Milliarden Fahrgäste: Der ÖPNV erreicht enorme Reichweiten

Wie groß das Potenzial von Werbung in Bus und Bahn ist, zeigt ein Blick auf die aktuellen Fahrgastzahlen.

Nach den vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes wurden 2025 rund 11,3 Milliarden Fahrgäste im deutschen öffentlichen Personennahverkehr gezählt.

Der Bus war dabei das am häufigsten genutzte Verkehrsmittel:

  • 5,3 Milliarden Fahrgäste in Nahverkehrsbussen
  • rund 3,9 Milliarden in Straßenbahnen
  • rund 2,8 Milliarden im Eisenbahnnahverkehr

Damit entfällt ein erheblicher Teil der täglichen Mobilität in Deutschland auf genau die Verkehrsmittel, in denen Fahrgast-TV eingesetzt werden kann.

Die aktuellen Zahlen veröffentlicht Destatis in seiner Statistik zum Linienverkehr mit Bussen und Bahnen 2025.

Wichtig ist allerdings die richtige Einordnung:

11,3 Milliarden Fahrgäste bedeutet nicht 11,3 Milliarden unterschiedliche Personen.

Die Statistik zählt Beförderungsfälle beziehungsweise Fahrten. Pendler, die regelmäßig Bus und Bahn nutzen, tauchen entsprechend mehrfach in der Statistik auf.

Für Werbung ist genau diese Wiederholung allerdings durchaus interessant.

Denn aus einer einmaligen Sichtbarkeit können so über mehrere Tage und Wochen wiederkehrende Kontakte entstehen.

Infografik zu 11,3 Milliarden Fahrgästen im öffentlichen Nahverkehr 2025 mit Anteilen für Busse, Straßenbahnen und Eisenbahnnahverkehr.

Warum kann Fahrgast-TV besonders aufmerksamkeitsstark sein?

Werbung im Fahrgast-TV unterscheidet sich in mehreren Punkten von klassischen Online-Anzeigen oder Plakaten.

Fahrgäste verbringen Zeit im Fahrzeug

Ein Social-Media-Beitrag kann innerhalb eines Sekundenbruchteils weitergescrollt werden.

An einem klassischen Plakat fährt oder läuft man möglicherweise innerhalb weniger Sekunden vorbei.

Im Bus oder in der Bahn befindet sich ein Fahrgast dagegen für eine gewisse Zeit im selben Raum.

Der Fachverband Aussenwerbung weist bei Verkehrsmedien auf die längere Verweildauer im Fahrzeug und die dadurch entstehenden Kontaktchancen hin. Häufige Mehrfachkontakte können die Werbewirkung zusätzlich unterstützen.

Der Bildschirm hat einen praktischen Nutzen

Ein weiterer Unterschied:

Fahrgäste haben einen Grund, auf den Bildschirm zu schauen.

Sie interessieren sich beispielsweise für:

  • die nächste Haltestelle,
  • Anschlüsse,
  • Verspätungen,
  • Linieninformationen.

Die Werbung erscheint dadurch nicht isoliert, sondern innerhalb eines Informationssystems.

Pendler sehen Inhalte wiederholt

Viele Menschen nutzen jeden Tag ähnliche Strecken:

morgens zur Arbeit – abends nach Hause.

Oder:

zur Schule, Universität, Ausbildung oder zum Einkaufen.

Wird eine Kampagne über mehrere Wochen ausgespielt, kann eine einzelne Person dieselbe Marke entsprechend mehrfach wahrnehmen.

Wird Werbung in Bus und Bahn tatsächlich wahrgenommen?

Die spannende Frage lautet natürlich:

Schauen Fahrgäste überhaupt hin?

Die Trendanalyse Verkehrsmedien 2024 liefert dazu interessante Anhaltspunkte.

Nach der von Planus Media ausgewerteten Studie des Fachverbands Aussenwerbung nutzen nahezu 80 Prozent der Bevölkerung regelmäßig öffentliche Verkehrsmittel, rund 70 Prozent mindestens einmal pro Woche.

Besonders stark ist die Nutzung in jüngeren Zielgruppen.

Bei den 18- bis 24-Jährigen nutzen demnach 87 Prozent regelmäßig Bus und Bahn. Gleichzeitig gaben 93 Prozent dieser jungen Zielgruppe an, Werbung beziehungsweise Spots im Innenraum von Bussen und Bahnen bereits wahrgenommen zu haben.

Das macht Verkehrsmedien insbesondere für Unternehmen interessant, die eine:

  • junge,
  • mobile,
  • urbane oder regionale

Zielgruppe erreichen möchten.

Aber schauen nicht alle nur noch auf ihr Smartphone?

Natürlich spielt das Smartphone während einer Fahrt eine große Rolle.

Die Studie zeigt sogar, dass rund drei Viertel der Fahrgäste während der Fahrt online sind. Gleichzeitig schauen 72 Prozent aus dem Fenster und mehr als 30 Prozent beobachten den Innenraum.

Das Smartphone ist deshalb nicht zwangsläufig ein Gegner des Fahrgast-TV.

Es kann vielmehr der zweite Schritt der Kampagne sein.

Zum Beispiel:

Spot sehen → Interesse → QR-Code scannen → Landingpage öffnen

oder:

Marke sehen → später googeln → Website besuchen

Fahrgast-TV ist Digital Out of Home

Fahrgast-TV lässt sich dem Bereich Digital Out of Home, kurz DOOH, zuordnen.

Gemeint sind digitale Werbeträger im öffentlichen Raum.

Dazu gehören beispielsweise Displays:

  • an Bahnhöfen,
  • in Einkaufszentren,
  • im öffentlichen Straßenraum,
  • an Flughäfen,
  • im Einzelhandel,
  • in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Und dieser Markt wächst stark.

Nach Zahlen des IDOOH auf Basis des Nielsen Werbetrends erreichte digitale Außenwerbung in Deutschland 2025 einen Bruttowerbeumsatz von rund 1,7 Milliarden Euro.

Gegenüber dem Vorjahr entsprach das einem Wachstum von 26 Prozent.

Auch langfristig spricht vieles für eine weitere Verschiebung in Richtung digitaler Flächen. Eine 2026 veröffentlichte PwC-Prognose erwartet, dass DOOH bis 2030 mehr als die Hälfte des deutschen Außenwerbemarktes ausmachen könnte.

Das bedeutet nicht automatisch, dass jedes digitale Display gute Werbung erzeugt.

Es zeigt aber:

Digitale Werbung im öffentlichen Raum ist längst kein Nischenmedium mehr.

Was unterscheidet Fahrgast-TV von einem klassischen Plakat?

Ein klassisches Plakat besitzt einen großen Vorteil:

Es ist permanent sichtbar.

Dafür bleibt das Motiv während der Laufzeit normalerweise unverändert.

Fahrgast-TV ist deutlich flexibler.

Digitale Spots können:

  • Bilder wechseln,
  • Animationen verwenden,
  • unterschiedliche Botschaften kombinieren,
  • Produkte nacheinander zeigen,
  • Aktionen hervorheben,
  • kurzfristiger aktualisiert werden.

Gerade für Kampagnen mit zeitlich wechselnden Botschaften ist das interessant.

Ein Veranstalter könnte beispielsweise zunächst mit:

„Jetzt Tickets sichern“

werben und kurz vor der Veranstaltung auf:

„Nur noch wenige Tage“

wechseln.

Welche Zielgruppen erreicht Fahrgast-TV?

Eine besondere Stärke des ÖPNV ist seine breite Nutzerstruktur.

Es gibt nicht nur eine typische Fahrgast-Zielgruppe.

Bus und Bahn werden genutzt von:

  • Schülerinnen und Schülern,
  • Auszubildenden,
  • Studierenden,
  • Berufspendlern,
  • Familien,
  • Senioren,
  • Touristen,
  • Menschen auf Einkaufs- und Freizeitwegen.

Welche Gruppen tatsächlich erreicht werden, hängt allerdings stark vom jeweiligen Verkehrsnetz und der Region ab.

Eine Universitätsstadt hat eine andere Fahrgaststruktur als ein ländlicher Landkreis.

Eine Innenstadtlinie erreicht andere Menschen als eine regionale Pendlerverbindung.

Deshalb sollte Fahrgast-TV nicht nur anhand der Gesamtzahl der Fahrzeuge bewertet werden.

Die wichtigere Frage lautet:

Fahren auf diesen Linien die Menschen, die wir mit unserer Werbung erreichen möchten?

Besonders interessant: regionale Werbung

Für viele Unternehmen ist genau das die größte Stärke von Fahrgast-TV.

Ein lokales Restaurant muss keine Menschen in Hamburg erreichen, wenn es in Fulda neue Gäste gewinnen möchte.

Ein Autohaus in Hanau braucht keine bundesweite Kampagne, wenn sein relevantes Einzugsgebiet im Rhein-Main-Gebiet liegt.

Fahrgast-TV verbindet deshalb zwei Eigenschaften:

Reichweite und geografische Nähe.

Das kann unter anderem interessant sein für:

  • Einzelhandel,
  • Restaurants und Gastronomie,
  • Fitnessstudios,
  • Autohäuser,
  • Immobilienunternehmen,
  • Veranstalter,
  • Bildungseinrichtungen,
  • Arbeitgeber,
  • regionale Dienstleister,
  • Gesundheitsangebote.

Beispiel Fulda und Hanau: Fahrgast-TV in rund 200 Bussen

Dass Fahrgast-TV nicht nur in Millionenstädten funktioniert, zeigt ein regionales Beispiel.

Der Anbieter RegioDisplay vermarktet Fahrgast-TV aktuell in Hanau und Fulda.

Nach den derzeit veröffentlichten Angaben sind in Hanau 64 Stadtbusse auf zwölf Linien Teil des Netzes.

In Fulda und der Region nennt RegioDisplay aktuell 135 Busse auf rund 90 Linien. Dazu gehören Verbindungen in:

  • der Stadt Fulda,
  • dem Landkreis Fulda,
  • sowie im Bereich Schlüchtern/Bergwinkel.

Insgesamt spricht der Anbieter damit von Fahrgast-TV in rund 200 Bussen in Hanau und Fulda.

Für regionale Unternehmen ist das ein gutes Beispiel dafür, wie sich digitale Verkehrsmittelwerbung auch außerhalb großer Metropolen einsetzen lässt.

Gleichzeitig zeigt sich, warum aktuelle Zahlen wichtig sind:

Auf älteren Informationsseiten zum Thema werden teilweise noch bundesweite ÖPNV-Daten aus dem Jahr 2017 verwendet. Für die Bewertung des Mediums sollte heute stattdessen mit den aktuellen Fahrgastzahlen gearbeitet werden.

Für welche Unternehmen eignet sich Fahrgast-TV?

Nicht jede Branche benötigt dieselbe Kampagne. Einige Einsatzbereiche bieten sich allerdings besonders an.

Einzelhandel und lokale Angebote

Beispiele:

  • Neueröffnung,
  • Rabattaktion,
  • saisonales Angebot,
  • neue Filiale,
  • Produktlaunch.
 

Eine kurze Botschaft wie: „Neu in Fulda – jetzt entdecken“ lässt sich auf einem digitalen Screen schnell erfassen.

Gastronomie

Restaurants, Cafés und Lieferdienste können beispielsweise:

  • Neueröffnungen,
  • Mittagstische,
  • Events,
  • besondere Aktionen

bewerben.

Hier spielt der regionale Bezug eine besonders große Rolle.

Events und Veranstaltungen

Fahrgast-TV kann gut funktionieren für:

  • Konzerte,
  • Festivals,
  • Theater,
  • Stadtfeste,
  • Messen,
  • Sportveranstaltungen.
 

Der Spot kann direkt mit Datum und klarem Call-to-Action arbeiten.

Recruiting und Arbeitgebermarketing

Auch Stellenanzeigen sind ein interessanter Anwendungsfall.

Arbeitgeber können potenzielle Bewerber dort erreichen, wo diese täglich unterwegs sind.

Beispielsweise:

„Ausbildung 2027 – jetzt bewerben.“

Oder:

„Wir suchen Verstärkung in Fulda.“

Gerade bei regionalem Recruiting kann das eine sinnvolle Ergänzung zu Online-Jobportalen und Social Media sein.

Bildung

Interessant beispielsweise für:

  • Hochschulen,
  • Schulen,
  • Weiterbildungsanbieter,
  • Sprachschulen,
  • Ausbildungsbetriebe.

Immobilien

Regionale Neubau- oder Vermietungsprojekte können ebenfalls über Fahrgast-TV bekannt gemacht werden.

Wann eignet sich Fahrgast-TV eher nicht?

Trotz der Vorteile ist das Medium nicht automatisch für jede Kampagne geeignet.

Weniger sinnvoll kann Fahrgast-TV beispielsweise sein, wenn:

  • die Zielgruppe extrem klein und spezialisiert ist,
  • keinerlei regionaler Bezug besteht,
  • die Botschaft mehrere Minuten Erklärung benötigt,
  • ausschließlich direkte Online-Conversions entscheidend sind,
  • das Einzugsgebiet des Verkehrsnetzes nicht zur Zielgruppe passt.

Ein hoch spezialisiertes B2B-Unternehmen mit 200 potenziellen Kunden in ganz Europa wird seine Zielgruppe über Fahrgast-TV wahrscheinlich nur sehr ineffizient erreichen.

Ein lokales Fitnessstudio mit mehreren tausend potenziellen Kunden entlang der Buslinien hat dagegen eine völlig andere Ausgangssituation.

Das Medium muss zum Ziel passen – nicht umgekehrt.

Wie muss gute Fahrgast-TV-Werbung gestaltet sein?

Genau hier entscheidet sich, ob aus vorhandener Reichweite auch tatsächliche Aufmerksamkeit entsteht.

Ein Fahrgast-TV-Spot ist kein kleiner Unternehmensflyer auf einem Bildschirm.

1. Eine klare Botschaft

Der Betrachter sollte innerhalb weniger Sekunden verstehen:

Was möchte dieses Unternehmen von mir?

Nicht gleichzeitig:

  • Unternehmensgeschichte,
  • fünf Leistungen,
  • drei Telefonnummern,
  • Öffnungszeiten,
  • Social-Media-Kanäle,
  • zehn Produktvorteile

anzeigen.

Besser ist eine klare Kernaussage.

2. Große, gut lesbare Schrift

Der Bildschirm befindet sich nicht unmittelbar vor dem Gesicht des Fahrgasts.

Text muss deshalb auch aus einigen Metern Entfernung verständlich bleiben.

3. Starke visuelle Hierarchie

Der Blick sollte schnell geführt werden:

Motiv → Botschaft → Marke → Handlung

Gutes Branding und Corporate Design hilft dabei, dass der Spot nicht nur gesehen, sondern auch eindeutig dem Unternehmen zugeordnet wird.

4. Bewegung gezielt einsetzen

Animation kann Aufmerksamkeit erzeugen.

Sie sollte aber nicht bedeuten, dass ständig alles blinkt und sich bewegt.

Bewegung funktioniert dann gut, wenn sie:

  • den Blick führt,
  • Informationen nacheinander zeigt,
  • ein Produkt verständlich präsentiert,
  • einen Übergang unterstützt.

5. Ohne Ton funktionieren

Fahrgast-TV-Werbung muss visuell verständlich sein.

Eine Botschaft, die nur funktioniert, wenn der Betrachter einen Sprecher hört, ist für dieses Medium ungeeignet.

6. Marke früh erkennbar machen

Werbung sollte nicht zehn Sekunden lang spannend aussehen und erst ganz am Ende für eine halbe Sekunde verraten, von welchem Unternehmen sie stammt.

Logo, Farben oder Unternehmensname sollten früh eine klare Zuordnung ermöglichen.

7. Einen klaren nächsten Schritt anbieten

Zum Beispiel:

  • Jetzt Tickets sichern
  • Jetzt bewerben
  • Neueröffnung besuchen
  • Angebot entdecken
  • Mehr erfahren
  • Termin vereinbaren

QR-Codes im Fahrgast-TV: sinnvoll oder Spielerei?

QR-Codes können Fahrgast-TV mit digitalem Marketing verbinden.

Das passt grundsätzlich gut zur Nutzungssituation:

Viele Fahrgäste haben ihr Smartphone ohnehin in der Hand.

Trotzdem sollte ein QR-Code nicht einfach irgendwo in den Spot gesetzt werden.

Damit er funktionieren kann, sollte er:

  • ausreichend groß sein,
  • lange genug sichtbar bleiben,
  • guten Kontrast besitzen,
  • mit einem klaren Nutzen verbunden sein.

Nicht nur:

„QR-Code scannen“

sondern beispielsweise:

„10 % Gutschein sichern“

oder:

„Alle Stellen ansehen“

Der Nutzer braucht einen Grund, sein Smartphone tatsächlich auf den Bildschirm zu richten.

Fahrgast-TV und Online-Marketing kombinieren

Die spannendsten Kampagnen entstehen häufig dann, wenn Fahrgast-TV nicht isoliert betrachtet wird.

Eine mögliche Customer Journey:

Fahrgast-TV → QR-Code → Landingpage → Anfrage

Oder:

Fahrgast-TV → Markenwahrnehmung → spätere Google-Suche → Website

Oder:

Recruiting-Spot → QR-Code → Stellen-Landingpage → Bewerbung

Gerade hier wird eine gute Website wichtig.

Wer den Betrachter erfolgreich vom Bus auf die eigene Website bringt und ihn dort anschließend mit einer unübersichtlichen oder langsamen Seite empfängt, verschenkt einen Teil der Wirkung.

Eine passende Landingpage und professionelles Webdesign können deshalb ein wichtiger Bestandteil der Kampagne sein.

Für bestehende Websites kann außerdem eine Website-Analyse und Optimierung sinnvoll sein, bevor zusätzlicher Traffic über eine Werbekampagne auf die Seite geleitet wird.

Fahrgast betrachtet im Bus eine digitale Information auf dem Smartphone, die gleichzeitig auf dem Fahrgast-TV angezeigt wird.

Fahrgast-TV oder klassische Buswerbung?

Beide Werbeformen nutzen den öffentlichen Nahverkehr, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben.

Fahrzeugwerbung außen

Eine Busbeschriftung ist auch für Menschen sichtbar, die selbst nicht im Bus sitzen.

Sie erreicht beispielsweise:

  • Autofahrer,
  • Fußgänger,
  • Radfahrer,
  • wartende Passanten.

Großflächige Fahrzeugwerbung eignet sich besonders gut für Markenbekanntheit und langfristige Präsenz.

Fahrgast-TV innen

Fahrgast-TV erreicht Menschen während der Fahrt.

Vorteile sind insbesondere:

  • digitale Inhalte,
  • Animation,
  • wechselnde Motive,
  • schnelle Aktualisierung,
  • wiederholte Kontakte,
  • Kombination mit Fahrgastinformationen.

Die beiden Formate müssen deshalb nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Eine Kampagne kann sogar beides kombinieren:

Marke außen groß sichtbar – konkrete Aktion innen digital erklärt.

Der Fachverband Aussenwerbung weist ebenfalls darauf hin, dass Verkehrsmedien einzeln oder im Zusammenspiel mit weiteren Außenwerbeformaten genutzt werden können.

Fahrgast-TV oder Social Media?

Auch hier gibt es keinen pauschalen Gewinner.

Beide Kanäle besitzen unterschiedliche Stärken.

Social Media Ads

Stärken:

  • detailliertes digitales Targeting,
  • direkte Klickmöglichkeit,
  • umfangreiche Messbarkeit,
  • flexible Optimierung.

Herausforderungen:

  • hoher Wettbewerb um Aufmerksamkeit,
  • schnelles Scroll-Verhalten,
  • Plattformabhängigkeit.

Fahrgast-TV

Stärken:

  • physische Präsenz im regionalen Umfeld,
  • wiederholte Sichtbarkeit,
  • unabhängig von Social-Media-Plattformen,
  • keine Anmeldung oder App erforderlich,
  • Nähe zur lokalen Zielgruppe.

Gerade für regionale Kampagnen kann deshalb die Kombination beider Welten interessant sein.

Ein Fahrgast sieht die Marke morgens im Bus und später nochmals als Social-Media-Anzeige.

So entstehen mehrere Kontaktpunkte statt einer isolierten Werbemaßnahme.

Wie lässt sich der Erfolg von Fahrgast-TV messen?

Außenwerbung wird häufig mit dem Vorurteil verbunden, praktisch nicht messbar zu sein.

Ganz so stimmt das nicht.

Die Messung funktioniert allerdings anders als bei einer Google-Ads-Kampagne.

Mögliche Ansätze sind:

  • individuelle QR-Codes,
  • spezielle Landingpages,
  • Kampagnen-URLs,
  • Gutscheincodes,
  • Aktionscodes,
  • eigene Telefonnummern,
  • Entwicklung direkter Websitezugriffe,
  • Suchvolumen nach der Marke,
  • Verkaufs- oder Besucherzahlen während des Kampagnenzeitraums,
  • Befragungen.

Für größere Verkehrsmedien-Kampagnen stehen außerdem etablierte Leistungskennzahlen und Planungssysteme zur Verfügung.

Der Fachverband Aussenwerbung nennt beispielsweise:

  • Netto-Reichweite,
  • Durchschnittskontakte,
  • GRP,
  • Tausend-Kontakt-Preis.

Mit dem Planungssystem Admotion können Verkehrsmedien anhand entsprechender Leistungsdaten bewertet werden. Die Grundlage umfasst Mobilitätsdaten von rund 65.000 Probanden sowie Millionen Straßenabschnitte.

Für eine kleine regionale Kampagne muss die Erfolgsmessung allerdings nicht unnötig kompliziert werden.

Schon eine eigene Landingpage oder ein individueller Aktionscode kann wichtige Hinweise liefern.

Was kostet Werbung im Fahrgast-TV?

Einen allgemeingültigen Preis gibt es nicht.

Die Kosten hängen unter anderem ab von:

  • Region,
  • Verkehrsnetz,
  • Anzahl der Fahrzeuge,
  • Laufzeit,
  • Spotlänge,
  • Ausspielfrequenz,
  • Format,
  • Produktionsaufwand.

Eine Kampagne in einem kleinen regionalen Netz ist entsprechend anders zu bewerten als eine Belegung in einer Millionenstadt.

Unternehmen sollten deshalb nicht ausschließlich fragen:

„Was kostet eine Woche?“

Interessanter ist:

„Welche relevante Zielgruppe und welche Kontaktchancen erhalten wir für unser Budget?“

Erst dann lässt sich Fahrgast-TV sinnvoll mit anderen Werbekanälen vergleichen.

Checkliste: Passt Fahrgast-TV zu unserem Unternehmen?

Vor einer Buchung helfen sechs Fragen:

1. Erreichen die Linien unsere Zielgruppe?

Sind unsere potenziellen Kunden tatsächlich in dieser Region unterwegs?

2. Haben wir ein regional relevantes Angebot?

Zum Beispiel:

  • Geschäft,
  • Veranstaltung,
  • Arbeitgeber,
  • Dienstleistung,
  • Filiale.

3. Lässt sich unsere Botschaft schnell erklären?

Der Spot muss innerhalb weniger Sekunden verständlich sein.

4. Haben wir ein klares Kampagnenziel?

Geht es beispielsweise um:

  • Bekanntheit,
  • Besucher,
  • Recruiting,
  • Ticketverkäufe,
  • Neueröffnung,
  • Produktaktion?

5. Können wir die Kampagne digital verlängern?

Existieren:

  • Landingpage,
  • QR-Code-Zielseite,
  • passende Website,
  • Online-Angebot?

6. Können wir zumindest einen Teil der Wirkung messen?

Beispielsweise über:

  • QR-Code,
  • Gutschein,
  • Landingpage,
  • Suchanfragen,
  • Verkäufe.

Wenn mehrere dieser Fragen klar mit Ja beantwortet werden können, lohnt sich eine genauere Prüfung des Mediums.

Häufige Fragen zu Fahrgast-TV

Was ist Fahrgast-TV?

Fahrgast-TV bezeichnet digitale Bildschirme in öffentlichen Verkehrsmitteln, die beispielsweise Haltestelleninformationen, Nachrichten, Hinweise und Werbung anzeigen.

2025 wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund 11,3 Milliarden Fahrgäste im ÖPNV gezählt. Davon entfielen rund 5,3 Milliarden auf Nahverkehrsbusse.

Ja. Digitale Werbung auf Displays im öffentlichen Raum wird grundsätzlich dem Bereich Digital Out of Home beziehungsweise DOOH zugeordnet.

Werbung in öffentlichen Verkehrsmitteln sollte grundsätzlich so gestaltet werden, dass sie ohne Ton verständlich ist. Welche technischen Vorgaben genau gelten, hängt vom jeweiligen Netz und Anbieter ab.

Ja. Gerade regionale Netze sind ein wichtiger Anwendungsbereich. Ein Beispiel sind die von RegioDisplay vermarkteten Busnetze in Fulda und Hanau.

Sie können sinnvoll sein, wenn der Code groß genug, ausreichend lange sichtbar und mit einem konkreten Nutzen verbunden ist. Da viele Fahrgäste während der Fahrt ohnehin ihr Smartphone verwenden, können QR-Codes eine direkte Brücke zum Online-Angebot schaffen.

Besonders interessant kann es für regional tätige Unternehmen, Einzelhändler, Veranstalter, Arbeitgeber, Bildungseinrichtungen, Gastronomie, Immobilienanbieter und lokale Dienstleister sein.

Mögliche Methoden sind unter anderem spezielle Landingpages, QR-Codes, Aktionscodes oder die Analyse von Such- und Websitezugriffen während einer Kampagne.

Fazit: Fahrgast-TV verbindet digitale Werbung mit regionaler Nähe

Fahrgast-TV ist weit mehr als ein kleiner Werbebildschirm im Bus.

Das Medium verbindet mehrere Eigenschaften:

digitale Gestaltung, regionale Reichweite, wiederholte Kontakte und eine Nutzungssituation mit längerer Verweildauer.

Die aktuellen Fahrgastzahlen zeigen gleichzeitig, welche Bedeutung der öffentliche Nahverkehr besitzt:

11,3 Milliarden ÖPNV-Fahrgäste im Jahr 2025 sind ein enormes Kontaktpotenzial.

Gerade für Unternehmen mit regionaler Zielgruppe kann Fahrgast-TV deshalb eine interessante Ergänzung zu:

  • Social Media,
  • Online Ads,
  • Print,
  • klassischer Außenwerbung,
  • Fahrzeugwerbung

sein.

Entscheidend bleibt allerdings dasselbe wie bei jedem anderen Werbekanal:

Eine große Reichweite allein macht noch keine gute Kampagne.

Die Botschaft muss:

  • relevant,
  • schnell verständlich,
  • visuell stark,
  • eindeutig zur Marke passend

sein.

Erst dann wird aus einem Bildschirm im Bus tatsächlich ein wirkungsvoller Werbekontakt.

Fahrgast-TV-Kampagnen professionell gestalten

Ein Fahrgast-TV-Spot hat nur wenige Sekunden, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Umso wichtiger ist, dass: Idee, Gestaltung, Animation, Marke und Zielseite zusammenpassen.

Als Design- und Werbeagentur unterstützen wir Unternehmen dabei, Kampagnen kanalübergreifend aufzubauen. Von der ersten Idee über die visuelle Gestaltung bis zur digitalen Verlängerung.

Dazu gehören:

Quellen und weiterführende Informationen

  • Statistisches Bundesamt: Fahrgastzahlen im Linienverkehr 2025
  • Fachverband Aussenwerbung: Verkehrsmedien und Admotion
  • Trendanalyse Verkehrsmedien 2024
  • Institute for Digital Out of Home Media: Entwicklung des DOOH-Marktes
  • RegioDisplay: Fahrgast-TV in Fulda und Hanau

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